Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde Kordel
Die Burg Ramstein
| Südlich von Kordel erhebt sich über dem idyllischen Kylltal, auf dem
160 m hohen, gleichnamigen Sandsteinfelsen, die Ruine der ehemaligen
kurtrierischen Landesburg. Das Baumaterial besteht aus dem in den nahen Steinbrüchen gebrochenen grauweißen und roten Sandstein in unregelmäßigem Wechsel. Die heutige Anlage wurde zu Beginn des 14. Jhs. Anstelle einer älteren Anlage (vielleicht aus dem 10 Jh.) errichtet. Vor- und Hauptburg sind durch einen in den Felsen gearbeiteten Halsgraben getrennt. In der Hauptburg steht, auf einem, zum Teil überhängenden, Sandsteinfelsen, ein 25 m hoher, viergeschossiger Wohnturm. Erhalten ist gleichfalls noch ein Treppentürmchen an der Nordost-Ecke. Anfang des 14. Jhs. Beginnt Erzbischof Diether (1300 - 1307) mit dem Bau der spätmittelalterlichen Burg. 1310 überträgt sein Nachfolger Erzbischof Balduin (von Luxemburg), das noch unfertige Gebäude dem Trierer Domdechanten Johann von Bruaco. | ![]() |
Heute gilt der Adelssitz mit seinem malerischen Standort in der westlichen Talbucht in der unteren Kyll, umgeben von üppigen, bewaldeten Felspartien des sehr steilen Buntsandsteingebirges, nicht nur als Wahrzeichen einer längst vergangenen Zeit, sonder lockt auch als beliebtes und komfortables Ausflugsziel mit Restaurationsbetrieben (seit 1851) zahlreiche in- und ausländische Gäste an.
Das Kloster Winterbach
Im Jahre 1134 gründeten Zisterziensermönche aus Clairvaux in Winterbach
bei Kordel ein neues Kloster.
Sie taten das auf Bitten des damaligen Erzbischofs von Trier, Albero
von Montreuil. Der Erzbischof war mit dem Abt des Zisterzienserklosters
Clairvaux, dem heiligen Bernhard von Clairvaux (um 1090 - 1153),
befreundet, der die Niederlassung seiner Mönche in Winterbach auch im
Jahre 1135 besucht hat.
Ein Jahr später verlegte der Konvent den Sitz des Klosters von
Winterbach in das Salmtal und gründete dort die Abtei Himmerod.
Die Gründe für diese Umsiedlung sind bekannt: die Kyll, die das
Besitztum der Mönche zu überschwemmen drohte, und die Unruhe der
nahegelegenen erzbischöflichen Burg Pfalzel.
Von der ehemaligen Klosteranlage blieb nur noch der Hof Winterbach
bestehen, der zwischen Kordel und Daufenbach auf der Flur Winterbach
lag, an der Stelle, wo der Riedbach in die Kyll mündet.
Den Hof verkaufte die Abtei Himmerod im Jahre 1609 an den Freiherrn
Karl von Kesselstatt. Erhalten haben sich von dem im 19. Jh.
aufgegebenen Hof nur noch einige wenige Reste der Kapelle, denn
vermutlich wurde die Anlage, wie so vielerorts alte Burgen und
Ummauerungen, von der Bevölkerung als billiger Steinbruch für den
eigenen Hausbau „ausgeschlachtet“.
Die Klausenhöhle
Sie sind in der über zehn Meter tiefen, sich verjüngenden Höhle
fortgeführt und lassen eine Unterteilung des Innenraums vermuten.
Der obere Nischenraum diente als geschützte Schlafstätte des
Einsiedlers. Der Schlafraum war mit einer Leiter zu erreichen. Die
Nische unter dem Etagenraum war offensichtlich zu einem Andachtsraum
hergerichtet. Eine Rundbogennische, mit einem Strahlenkranz verziert,
ist in den geglätteten Felsen eingehauen. Ein natürliches Loch in der
Außenwand des Felsens ist zu einer wohlproportionierten Fensteröffnung
gestaltet. Die in der Fensteröffnung und außen in der Westseite
eingemeißelten primitiven Gesichter erinnern an Totenmasken. Rechter
Hand vom Höhlenausgang sind gleichfalls in die vorspringende
Felsensäule eine große Anzahl von Fratzen aller Art eingehauen. 
In der Nordwand der Hochburg finden wir die Klausenhöhle. Diese
ehemalige Eremitage im Klausengrund ermöglichte es Jahrhunderte lang
Einsiedlern hier nach dem großen Vorbild des hl. Antonius ein frommes
Leben zu führen.
Die Herrichtung der Höhle zu Wohnzwecken, im Sinne der Lebensweise des
Einsiedlers, erforderte eine Menge Arbeit. Im Innern bemerkt man in
etwa zwei Meter Hohe in gleichem Abstand beiderseitig eingehauene
Balkenlöcher, die eine Decke trugen.
Gegen Ende des letzten Krieges haben die Menschen in der Höhle Schutz
gesucht und ihr einen exorzistischen Zweck gegeben. Sie sollten die
fromme Stätte umschleichende böse Geister vertreiben.
Die Hochburg bei Kordel
Südlich von Kordel, schräg gegenüber in einem von Felsenköpfen
umgebenen Seitental, auf dem rechten Kyllufer, liegt versteckt die
Hochburg, etwa 500 m entfernt von der Genovevahöhle und der am Hochrand
des Buntsandsteins befindlichen Beresley, den ausgedehnten römishen Sandsteinbrüchen unterhalb von Lorich.
Das natürliche Plateau von Butzweiler
erstreckt sich hier in einer Felszunge mit steilen Felswänden zur Kyll.
Diese Bergnase wird gegen die Hochfläche durch einen mächtigen Wall aus
Erde und Steinen gesichert. Die steile Außenböschung (Graben) des
Hauptwalles deutet auf eine Mauertechnik, die für die ältere
Hunsrück-Eifel Kultur (späte Hallstattzeit) gekennzeichnet ist.
Dagegen sind die innerhalb des Walles befindlichen Reste einer
Wehranlage weitaus jüngeren Datums. Es handelt sich dabei um eine
frühmittelalterliche Burg, einen viereckigen Wehrturm. Diese Anlage ist
von der übrigen älteren Befestigung durch einen in den Felsen gehauenen
Graben abgesichert, in dem frühmittelalterliche Gefäßscherben (um 1000
n. Chr.) gefunden wurden.
Die Genovevahöhle
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Noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts nannten die Kordeler diese
Höhle einfach „Kutbachhöhle“. Die eindrucksvolle, halbrunde Höhle wurde
offensichtlich nach der letzten Eiszeit (um 16000 bis 12000 v. Chr.) in
der Altsteinzeit mindestens vorübergehend von Menschen (Hirten, Jäger,
Einsiedler und Flüchtlingen) genutzt. In dem riesigen, geschützten Raum der Grotte zeigen sich zahlreiche Einarbeitungen und Bänke. Außer den Einmeißelungen zeigt sie jedoch keine Siedlungsspuren. Wer Funde aus der Vorzeit bis zur Römerzeit erhofft, der sollte, wie manche vor ihm, den Schuttkegel unterhalb der Höhle erforschen. Die Entstehung der Grotte ist auf die Erosionswirkung der Kyll und die Struktur des Gesteins zurückzuführen. |
Die "Glasheld" auf der Hochmark
Die frühen Kordeler Glasmacher siedelten sich zur Karolingerzeit (um
800) auf der Hochmark an. Die trierische Glasheld(= Glashütte), die im
frühen und Hochmittelalter von den Franken unerhalten wurde, war die
einzige im ganzen Rheinland.
Schon die Römer hatten auf der Hochmark Glaswaren hergestellt, denn die
dazu erforderlichen Grundstoffe (geeigneter Sand, Kalk, Soda sowie
roter, blauer und grüner Farbstoff zum Einfärben) waren in der
Gemarkung Kordel vorhanden.
Nach der Römerzeit kamen die sachkundigen fränkischen Glasmacher,
vermutlich auf Betreiben des hl. Amandus (594 - 684) in das Trierer
Land. Er hatte im belgischen Hennegau das Kloster St. Amand gegründet
und missionierte danach in der Westeifel. Auffällig ist seine Verehrung
als Kirchenpatron im Glasort Kordel.
In den Hennegau (um Namur) hatten sich um 500 die Glasmacher der
bedeutenden römerzeitlichen Glashütte in Frechen bei Köln
zurückgezogen.
Wahrscheinlich hatte der hl. Amandus einige der Frechener
Glashersteller überreden können, in den Dienst des Erzbischofs von
Trier zu treten und sie zur Umsiedlung an die untere Kyll nach Kordel
zu ermuntern - ein bemerkenswertes Beispiel frühmittelalterlicher
Mobilität von Facharbeitern.
Die in den römischen Steinbrüchen bei Kordel entdeckten
Kupfermineralien Malachit (grün) und Azurit (blau) und in einem
zusätzlich eingerichteten Bergwerkbetrieb geförderten Mineralien
benutzten die mittelalterlichen Glasfabrikanten auf der Hochmark zur
Einfärbung der von ihnen hergestellten Gläser.
Die Erzeugnisse fanden besonders seit der Mitte des 11 Jhs.
Absatzmärkte in vielen (Benediktiner-) Klöstern und Abteien
Niederlothringens. Es ist anzunehmen, dass Kordeler Hochmarkgläser
neben reichlicher Verbreitung im eigenen Sprengel (=Amtsbezirk) und
auch in manche Kathedrale Ostfrankreichs (Metz, Toul und Verdun) und
bis nach Kurköln (Schloss Gymnich) gelangt sind.
Ein anderer Anwendungsbereich für das Kordeler Glas waren die
Glasschmucksteine zum Verzieren von kostbaren Reliquiaren, Buchdeckeln,
Kreuzen und anderen sakralen Gegenständen.
Noch bis zum 13. Jh. waren die Glashütten in Betrieb, was die Erwähnung
einer „Glashuve“ bei Kordel im Verzeichnis der regelmäßigen
Jahreseinkünfte der Trierer erzbischöflichen Verwaltung (1215) beweist:
so mussten die Kordeler „Glasbauern“ außer dem Glas auch noch
landwirtschaftliche Erzeugnisse abliefern. Dieser Eintrag ist der
zeitlich letzte Nachweis der Kordeler Glasfabrikation; so dürfte dann
auch der Wald der Hochfläche erschöpft gewesen sein. Auf der Hochmark
beginnt man nach der Glaszeit, die Hochfläche zur Ackerlandgewinnung
gänzlich zu roden. So stellen die Glasbauern auch fortan den Kern der
Dorfbevölkerung dar.

